Bombe in Kiel – Ein Kielkrimi

Stefanie Gregg

Bomben in Kiel? Rein literarisch! Stefanie Gregg, bekannt durch den Aufbau-Bestseller „Mein schlimmster schönster Sommer“, und Paul Schenke, langjähriger Krimi-Autor, präsentieren einen Kiel-Krimi mit dem grummligen und verbissenen Kommissar Fricke, der zusammen mit der schönen, klugen Staatsanwältin Karinoglous an verschiedensten, gut beschriebenen Orten Kiels ermittelt.

Die Millionärin Johanna Krogmann wird erschlagen in ihrer Villa nahe Kiel aufgefunden. Feinde hatte sie mehr als genug. Die halbe Gemeinde Flintbek war der skrupellosen Fabrikbesitzerin gegenüber feindlich gesinnt. Hauptkommissar Sven Fricke, der in dem Fall ermittelt, stößt schnell an seine Grenzen. Doch nicht nur die Suche nach dem Täter gestaltet sich äußerst schwierig, auch die Zusammenarbeit mit der attraktiven Staatsanwältin Elena Karinoglous stellt die Geduld des Ermittlers auf eine harte Probe und sorgt für gewaltigen Zündstoff …

Spannung mit regionalem Flair
Den beiden Autoren gelingt es, von der ersten bis zur letzten Zeile Spannung zu erzeugen, durch einen atemberaubenden Fall sowie mit einer durch Höhen und Tiefen gehenden Beziehung der beiden charakterlich so unterschiedlichen Ermittler, die zwischen gegenseitiger Anziehung und ebenso heftiger Ablehnung schwanken. Noch dazu kommt bei witzigen Szenen und Dialogen der Humor nicht zu kurz.
„Weitere Fälle folgen“, verspricht die Autorin Stefanie Gregg. Sie hat soeben mit der Roadnovel „Mein schlimmster schönster Sommer“, der im renommierten Literaturverlag Aufbau erschienen ist, einen Bestseller herausgebracht.
Der Krimi-Autor Paul Schenke, bekannt durch die „Kommissar Kirstmann – Reihe“ fügt hinzu: „Und das Paar wird auch weiterhin neben spannendsten Fällen dafür sorgen, dass beruflich und privat keine Langeweile aufkommt!“

Zwischen München und Hannover liegt Kiel
Warum die Münchner Schriftstellerin und der Hannoveraner Autor ihre Geschichte gerade in Kiel spielen lassen, erklären die beiden so:
„Kiel finden wir beide faszinierend, der Charme der Stadt und die Nähe zum Meer mögen wir beide, und dies bietet uns auch viel Stoff für einen Krimi mit norddeutschem Charme“, erklärt Schenke.
Stefanie Gregg fügt auch persönliche Gründe hinzu. Ihre Tante war lange Zeit in Kiel Richterin. Als Kind besuchte sie sie oft dort, auch im Oberlandesgericht. Gerade diese Eindrücke beeinflussten die Erzählungen über die Staatsanwältin im Roman sehr. „Wenn meine Tante achtunggebietend in schwarzer Robe oben am Richterpult saß und versuchte, Wahrheiten zu erkennen und Recht zusprechen - und zwar immer auch im Sinne von Gerechtigkeit, dann beeindruckte mich das tief“, erzählt Gregg. Ihre Romanfigur der Staatsanwältin Karinoglous ist sehr eng an diese Erinnerungen angelehnt.
Greggs Protagonistin ist eine kleine, zierliche, sehr hübsche Person, die dennoch mit einem starken, durchsetzungsfähigen Charakter versehen ist. Sehr gut kann sie sich in diesem Männerberuf und zwischen zwielichtigen Kriminellen behaupten. Auch sie trägt natürlich in den Verhandlungen die ehrwürdige schwarze Robe, sie zieht sich in ihrem Zimmer um, das die Autorin exakt so beschreiben konnte wie die realen Zimmer im Gerichtsgebäude am Schützenwall.
So fließen die persönlichen Erlebnisse der Autoren in den Roman ein, auch wenn die Fälle und Figuren natürlich frei erfunden sind.

Wie schreiben zwei Autoren zusammen ein Buch?
Wie zwei Autoren, die an weit entfernten Orten leben, zusammen ein Buch schreiben, ist in einem interessanten und amüsanten Werkstattbericht dem Buch als Epilog hinten angehängt.
Schenke schreibt sein Kapitel meist nachts, das Gregg am nächsten Morgen als Mail vorfindet und ihr Kapitel dort weiterschreibt.
Beide sparen nicht an spöttischen Kommentaren zum Geschriebenen des anderen, verbessern hier und dort oder schreiben Passagen um, damit sie wieder zu den eigenen Gedankengängen passen. Dass diese schriftstellerische Zusammenarbeit manchmal literarisch ebenso stürmisch ist wie die ihrer Protagonisten, kann man an der abwechselnden Kritik und Lob am Geschriebenen des anderen amüsant ablesen.

Für Kieler ein Muss
Für Kieler ist dieses Buch schon aus regionalen Gründen ein Muss.
Zudem wechseln sich witzige Dialoge und nachdenkliche Gedanken ab, ebenso wie mitreißend beschriebene, spannende Fälle und persönliche Emotionalitäten, so dass dieses Buch zu einem Highlight des Bücher-Sommers wird.
Eine spannende Lektüre mit Witz und Verstand.

Paul Schenke, geboren 1966 in Moers, lebt nach Stationen in Afrika, Algerien und Frankreich nun in Hannover.
Seine Lehrtätigkeit als Religionswissenschaftler mit dem Schwerpunkt Christentum hat er mittlerweile für das Schreiben aufgegeben.
Tagsüber schläft und lebt er. Nachts schreibt er. Blutige Thriller unter Paul Schenke, romantische Liebesgeschichten unter Justus Engel.

Stefanie Gregg, geboren 1970 in Erlangen, lebt in der Nähe von München.
Sie studierte Philosophie, Kunstgeschichte, Germanistik und Theaterwissenschaften und promovierte über „Das Lachen“.
Nach beruflichen Stationen bei Bertelsmann und bei der Unternehmensberatung A.T.Kearney ist sie heute freie Schriftstellerin. Sie schreibt Kriminalromane, Kurzgeschichten und Romane, die mehrfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet wurden.
Sie ist Mitglied im Autorenverband DAS SYNDIKAT und im Netzwerk der Krimiautorinnen MÖRDERISCHE SCHWESTERN.
Sie schläft nachts und schreibt tagsüber.

Stefanie Gregg & Paul Schenke: Blutvilla, Taschenbuch: 244 Seiten, Verlag: Gmeiner-Verlag; Auflage: 1., 2017 (5. Juli 2017), ISBN: 3839221196, Preis: 12,- Euro.

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