Growing Home – Ausstellung in der Kunsttankstelle

Wir sammeln und bewahren, horten und bunkern, ernten Kartoffeln und andere Neophyten, halten Bienen und Hühner, brauen unseren Lebertran.


In den Falten der weichgespülten Decken läuft alles Mögliche auf, wir kuscheln uns hinein, verscheuchen die geleasten Vögel und hören den Tatsachen beim Wachsen zu. Blinzeln zur Raketenbasis im Garten rüber. Hinter uns optimiert sich das Laufband selbst.

War diese Abstellkammer gestern auch schon da? Und so voll? Wohnt dieser Nachbar nicht auf der anderen Seite? Wem bekommt unsere Post? Ist die DIY-Freakwave der Tod politischer Anteilnahme und Teilhabe? Immerhin stickte Anita rote Blumen, und nach wie vor ist der Mond ein Objekt, nicht ausschließlich lunatisch. Oder scheint der nur so - am anderen Ende der gefühlten Gewiss- und Sicherheit?

Nach der gemeinsamen Ausstellung 2010 zupfen Uta Bettels, Keramikerin und Dozentin der Kunstschule Lübeck, und Uta Nevermann, Musikpädagogin, erneut an den Schlüssel- und Wucherblumen der Wahrnehmung. Der einen dient das Medium der Installation, der anderen das der Sprache. Alles beginnt mit einem Kopfschütteln über die Einsicht, dass die Vorstadtstraße sich auf einmal nach Zuhause anfühlt. Wie konnte es soweit kommen? Es ist uns so dermaßen zugewachsen, da braucht man schon einen Hochsitz, um wieder den Überblick zu bekommen. Mal sehen, wie wir uns da unten so machen. Und wer da noch so wächst.

Zu der Ausstellungseröffnung von Growing Home bei elektronischen Klängen am 18.10.2017 um 18:00 Uhr laden die Ausstellenden in die Kunsttankstelle, Wallstraße 3-5, ein. Vom 19. bis 28.10. ist die Ausstellung mittwochs bis sonntags von 10:00 bis 12:00 und von 15:00 bis 18:00 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet.

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