Lübecker Museen – Ausstellungen 2018 im Überblick

Dior Paris 1970, © Sammlung Monika Gottlieb

2018 ist Jubiläumsjahr: Die Lübecker Museen feiern 875 Jahre Lübeck und 25 Jahre Buddenbrookhaus. Außerdem wird es politisch, musikalisch und modisch. Was die Museen der Hansestadt in den nächsten 12 Monaten bieten - hier erhalten Sie erste Informationen auf einen Blick:

 

Vier Highlight-Ausstellungen präsentieren die Lübecker Museen im Jahr 2018.

Pünktlich zu seinem 25. Geburtstag am 7. Mai 2018 zeigt das Buddenbrookhaus die große Jubiläumsausstellung Herzensheimat – Das Lübeck von Heinrich und Thomas Mann (Laufzeit: 7.5. bis 23.9.2018). Die Ausstellung nimmt die Perspektive der Mann-Brüder ein und zeigt deren lebenslange Beschäftigung mit der eigenen Herkunft. Als Jugendliche rebellieren die Senatorensöhne Heinrich und Thomas gegen die muffige Bürgerwelt ihrer Heimatstadt. In den Lübeck-Romanen Buddenbrooks und Professor Unrat zeichnen sie ein durchaus kritisches Bild der Heimat. Nichtsdestotrotz sind die Lübecker stolz auf ihre berühmten Söhne: Beide haben das Bild der Stadt Lübeck mit ihren Werken gleichermaßen geprägt und weltberühmt gemacht. „Ich habe die Augen von hunderttausenden von Menschen auf das alte Giebelhaus in der Mengstraße gelenkt“, sagt Thomas Mann über seinen Roman „Buddenbrooks“. So bleiben Lübeck und die Welt des Nordens für Heinrich und Thomas Mann zeitlebens „Herzensheimat“.

 

Das Museum Behnhaus Drägerhaus befasst sich ab Juli mit Emil Nolde, einem der bedeutendsten Aquarellisten des 20. Jahrhunderts. Erstmals widmet sich eine Präsentation ausschließlich dem Medium Papier im Schaffen Noldes. Die Ausstellung Emil Nolde – Eine Retrospektive auf Papier (Laufzeit: 7.7. bis 7.10.2018) in Lübeck spannt einen Bogen von bislang noch nie gezeigten Arbeiten bis hin zu den geschätzten Meisterwerken wie den sogenannten „Ungemalten Bildern“. Die Ausstellung ist Teil einer einmaligen Ausstellungsreihe in den Jahren 2017/2018 anlässlich des 150. Geburtstags des Expressionisten, der von acht Museen im Norden mit vielfältigen Ausstellungen über nationale und internationale Grenzen hinweg thematisiert wird.

Zur selben Zeit zeigt das benachbarte Günter Grass-Haus Aquarelle von Günter Grass.

 

Emil Nolde, Meer mit Dampfer, Aquarell, 193x245mm © Nolde Stiftung Seebüll

Ein ganz besonderes Highlight präsentiert das St. Annen-Museum gemeinsam mit dem Europäischen Hansemuseum ab September mit der Jubiläumsausstellung 875 Jahre – LÜBECK ERZÄHLT UNS WAS (Laufzeit: 9.9.2018 bis 6.1.2019). Die Ausstellung zum Lübecker Stadtjubiläum zeigt weit mehr als nur die eine Geschichte der Stadt von den Anfängen bis zur Gegenwart: Aus den reichen Lübecker Sammlungen werden neben faszinierenden Grabungsfunden, wertvollen Urkunden und Büchern erstmalig viele wundersame, überraschende Dinge gezeigt, die ihre eigenen spannenden Geschichten erzählen. Wer wissen will, was es mit dem Reichsfreiheitsbrief auf sich hat, weshalb der Scharfrichter den Fuß amputieren musste, warum die Apothekermumie so einzigartig ist, wieso Napoleon den Nachttopf schmückt oder wie ein Handelsvertrag mit China aussieht, der wird aus dem Staunen nicht herauskommen. Und das gemeinsame Ausstellungsstück der Lübecker Bürger? In der Ausstellung wird es zu sehen sein! Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Lübecker Museen, des Europäischen Hansemuseums, des Archivs, der Stadtbibliothek und des Bereichs Archäologie und Denkmalpflege der Hansestadt Lübeck.

 

Auch eine gemeinsame Ausstellung des Buddenbrookhauses und des Günter Grass-Hauses verspricht ab Oktober Einzigartiges: Gemeinsam nehmen die beiden Literaturmuseen das gesamte OEuvre des Künstlers Bob Dylan (ab 13.10.2018) in den Blick, vergleichen dabei die Kunstformen und setzen die Arbeitsweisen in Beziehung. Die von Heinrich Detering, einem der besten Kenner Bob Dylans, kuratorisch begleitete Ausstellung präsentiert Bob Dylan als Songwriter, Dichter, Schriftsteller, Filmkünstler und Nobelpreisträger und ist damit die erste Ausstellung dieser Art.

 

Neben den Highlight-Ausstellungen warten die Lübecker Museen 2018 mit vielen weiteren ungewöhnlichen Ausstellungsthemen auf. Modisch wird es ab Mai im St. Annen-Museum mit der Ausstellung Chanel, Dior, Pucci – Modemythen der 50er bis 70er Jahre (Laufzeit: 10.5. bis 29.7.2018). Schön, bunt und unbeschwert sollte die Welt nach dem Zweiten Weltkrieg wieder werden, Luxus und außergewöhnliche Mode den Blick endlich wieder auf die Sonnenseiten des Lebens werfen. Die Ausstellung bietet einen repräsentativen Einblick in die schillernde Welt der Mode und zeigt Kleider, Schmuck, Taschen, Hüte und Schuhe der großen Couturiers des 20. Jahrhunderts – Coco Chanel, Christian Dior, Emilio Pucci u.a. Zu den gezeigten Exponaten gehören nicht nur Kleider zu unterschiedlichen gesellschaftlichen Anlässen, sondern auch Schmuck, Taschen, Hüte und Schuhe.

Im Rahmen des 2. HanseKulturFestivals (8. Bis 10. Juni 2018), das 2018 ganz im Zeichen des Stadtjubiläums „875 Jahre Lübeck“ unter dem Motto „Lübeck hat Geburtstag“ steht, ist eine Kooperation geplant.

 

Heinrich, Carla, Thomas und Julia Mann, ca. 1889, © ETH-Bibliothek Zürich, Thomas-Mann-Archiv, Fotograf Unbekannt

Die Mitmach-Ausstellung Bodenschätze – Geschichten(n) aus dem Untergrund (Laufzeit: 12.3. bis 16.9.2018) des Museums für Natur und Umwelt stellt ab März das Ausprobieren, Experimentieren, Ausgraben und Erforschen in den Mittelpunkt. An zahlreichen Stationen können Kinder und Erwachsene auf spielerische und forschende Weise Böden als Material, als Lebensraum, als Existenzgrundlage in der Gegenwart und Zukunft, aber auch als Archiv der Vergangenheit selbst entdecken. Eigentlich ist der Boden das größte Museum der Welt. Nur leider stellt er seine Schätze nicht aus. Um sie zu finden, muss man die Tricks der Profis kennen – und die lernt man in dieser Ausstellung. Die Ausstellung ist ein Vergnügen für die ganze Familie, und besonders gut geeignet für „Schatzsucher“. Sie zeigt zugleich die enorme Bedeutung der Böden, die wir seit Jahrtausenden wie selbstverständlich nutzen. Die Wanderausstellung wurde von „VARUSSCHLACHT im Osnabrücker Land GmbH – Museum und Park Kalkriese“ konzipiert und von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

 

Ab Oktober zeigt das Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk unter seiner neuen Leitung erstmals wieder eine große Ausstellung. Unter dem Arbeitstitel Flüchtlingslager Lübeck Pöppendorf (Oktober 2018 bis April 2019) wird im Industriemuseum zum ersten Mal die Geschichte des Flüchtlings-Durchgangslager Pöppendorf aufgearbeitet. Das sogenannte „Pöppendorfer Lager“ im Stadtteil Kücknitz war ab 1945 eines der größten Auffanglager in ganz Deutschland und das größte Flüchtlingslager Schleswig-Holsteins. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fanden hier ca. 1 Millionen Flüchtlinge und Heimatvertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten ihre erste Aufnahme. Die Ausstellung beschäftigt sich mit den Schicksalen der Flüchtigen, den Lebenserinnerungen der Zeitzeugen und insbesondere mit den teils dramatischen Tagen der Ankunft vieler Vertriebener im Pöppendorfer Lager.

 

Yves Saint Laurent Rive Gauche 1973, © Sammlung Monika Gottlieb

Ende Januar wird es politisch im Buddenbrookhaus: Ab dem 25. Januar 2018 zeigt das Literaturmuseum die Ausstellung „Im Westen nichts Neues“ - Remarques Roman in Text und Bild in Kooperation mit dem Erich Maria Remarque-Friedenszentrum (Laufzeit: 25.1. bis 15.4.2018). „Im Westen nichts Neues“ gilt als der zentrale Antikriegsroman des 20. Jahrhunderts. Seine Aktualität hat er nicht eingebüßt: 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs bietet der Roman immer noch Anlass für die Beschäftigung mit den Leiden des Krieges. Die Ausstellung zeigt neben Remarques Roman auch eine moderne Interpretation von „Im Westen nichts Neues“: Originalgrafiken aus Peter Eickmeyers gleichnamiger Graphic Novel (2014). Dieser Zugang ermöglicht neue Perspektiven auf den Klassiker, vertieft wesentliche Aspekte und macht die historischen Ereignisse auf andere Weise erfahrbar als der Roman.

 

Ab Februar findet erneut die Jahresschau der Gemeinschaft Lübecker Künstler e.V. in der Kunsthalle St. Annen (Laufzeit: 23.2. bis 25.3.2018) statt. Die Ausstellung vermittelt einen beeindruckenden Überblick über das aktuelle Kunstgeschehen in der Region. Derzeit läuft die Bewerbungsphase noch bis zum 6. Januar 2018.

Ab Februar 2018 präsentiert das Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk die Wanderausstellung Gute Qualität muss wachsen - Landleben in Schleswig-Holstein damals und heute (Laufzeit: 18.2. bis 27.5.2018). Thematisiert werden aktuelle Veränderungen in der schleswig-holsteinischen Landwirtschaft wie Strukturwandel, Umwälzungen und technische Erneuerungen, Probleme in der Landwirtschaft, aber auch Rückblicke auf die Zeit der Landwirtschaftspolitik in den Kriegs- und Nachkriegsjahren.

Ebenfalls im Frühjahr 2018 erwartet die Besucher des St. Annen-Museums die Ausstellung Von Häutchengold und Samtbrokat – Ausgewählte Danziger Paramente. Im Kirchenraum und in der Liturgie verwendete Textilien auswendigster künstlerischer Gestaltung können dort bewundert werden. Ab April 2018 präsentiert das Günter Grass-Haus erneut einen international bekannten Künstler mit Mehrfachbegabung: In der Ausstellung Fotografien von George Bernhard Shaw (April bis Juli 2018) werden fotografische Aufnahmen des Dramatikers und Politikers gezeigt.

 

Weitere Informationen folgen auf unserer Internetseite: www.die-luebecker-museen.de

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