Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck – 4. Sinfoniekonzert - Im Glanz der Festtrompeten – Dmitri Jurowski, Dirigent; Simon Höfele, Trompete

Sonntag und Montag | 17. und 18.12.17 | 11:00 bzw. 19:30 Uhr | MuK | Willy-Brandt-Allee 10 | Lübeck

© Olaf Malzahn

Klassik – dieser Begriff steht nicht nur für eine Epoche, sondern ist zudem ein angesehenes Etikett und Qualitätsmerkmal – mustergültig, zum ersten Rang gehörig und von zeitloser Aktualität. Vorausschauend hat Giuseppe Verdi bereits in seinen letzten Lebensjahren verkündet: „Kehren wir zu den alten Meistern zurück – das wird ein Fortschritt sein!“

 

Wolfgang Amadeus Mozarts große Sinfonie Nr. 40 g-Moll galt schon zur Zeit ihrer Entstehung als „Sinfonie aller Sinfonien“, ein unbestrittener Favorit unter den Werken der Klassik. Mozart schrieb sie damals in einem wahren Schaffensrausch gemeinsam mit den Sinfonien Nr. 39 Es-Dur und der „Jupiter-Sinfonie“ Nr. 41 innerhalb nur weniger Wochen im Sommer 1788. Es ist Mozarts vorletzte Sinfonie, bevor er 1791 im Alter von nur 36 Jahren verstarb. Robert Schumann beschrieb sie als diejenige mit „griechisch schwebender Grazie“, andere sahen darin die Spiegelung „menschlichen Empfindens, das alle Nuancen umfasst“. Neben Anspielungen auf die schnelle Cherubino-Arie aus dem „Figaro“ finden sich ebenso vielfältigste Verwendungen des Seufzer-Motivs, bestehend aus einer fallenden Sekunde, welches sich galant durch die gesamte Sinfonie zieht.

 

Das Trompetenkonzert von Alexander Arutjunjan entstand 1950 für den Moskauer Virtuosen Timofej Dokschizer und zählt zu den meistgespielten Trompetenkonzerten Russlands. Auch wenn der Aufbau des Stückes ungewöhnlich scheint, so finden sich doch reichlich Schnittstellen zur klassischen Sonatenhauptsatzform. Herausragende Stellen sind die klassische Durchführung, bei der Solist und Orchester in einem lebendigen Dialog präsentiert werden, sowie die virtuose Schlusskadenz des Werkes. Auch Sergej Prokofjew besann sich im Spannungsfeld zwischen dem Ersten Weltkrieg und den Russland-Revolutionen zurück auf die Normen der Klassik. In der Abgeschiedenheit eines Landhauses bei St. Petersburg vollendete er 1917 die Komposition seiner „Symphonie classique“. Dabei stellte er sich einen ins 20. Jahrhundert versetzten Joseph Haydn vor, der auf die veränderte Zeit der Moderne reagiert. Was die Musik besonders auszeichnet, sind die Leichtigkeit, Eleganz und ein gewisser Witz, da Prokofjew gekonnt mit den Erwartungen des Publikums spielt und ganz nebenbei ein wegbereitendes Stück für den Neoklassizismus schuf.

 

Karten gibt es im Vorverkauf für 16,40 bis 36,30 Euro inkl. Vvk-Gebühren bei tips&TICKETS und bei allen bekannten Vorverkaufsstellen.


Einführungen für das Konzertpublikum finden eine Stunde vor Konzertbeginn statt.


Die musikalische Kinderbetreuung am Sonntag findet in Kooperation mit der Musik- und Kunstschule Lübeck und mit freundlicher Unterstützung der Musik- und Orchesterfreunde Lübeck e.V. statt.

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