Sylvia Lott – Die Fliederinsel

Eine Liebe in Dänemark, zwischen Fliederduft und Flucht –  Romantisch, fesselnd, ergreifend.


In ihrem Ferienhäuschen auf der idyllischen dänischen Insel Fünen entdeckt die Urlauberin Celia ein wunderschönes Fliedergemälde, das seit Jahrzehnten als verschollen galt. Ihre Vermieterin ist beim Anblick des Bildes tief bewegt und erzählt Celia die Geschichte ihrer Mutter, der jüdischen Malerin Ruth Liebermann.


Im Jahr 1938: Das frisch verheiratete Paar Ruth und Jakob Liebermann muss aus Berlin fliehen, auf Fünen finden die beiden im ehemaligen Sommerhaus von Ruths Familie Zuflucht. Trotz der schwierigen Situation erleben sie glückliche Jahre, Ruth kann mit ihrer Passion, dem Malen, sogar die Familie ernähren. Als sie erneut zur Flucht gezwungen sind, müssen Ruth und Jakob die folgenschwerste Entscheidung ihres Lebens treffen …   Mit Charme, Klugheit und ihrem ausgeprägten Blick für das Schöne gelingt es der jungen, ursprünglich aus Lübeck stammenden Malerin Ruth Liebermann immer wieder, gemeinsam mit ihrem Mann Jakob den Wirren und Gefahren des Krieges zu entkommen. Nach ihrer Flucht aus Berlin erleben die beiden auf der dänischen Ostseeinsel Fünen glückliche Zeiten. Sie schließen neue Freundschaften, unter anderem im Künstlerkreis um die bekannte dänische Schriftstellerin Karin Michaelis, zu dem auch Berthold Brecht und Helene Weigel gehören. Ruth lässt sich von den duftenden Fliederalleen auf der Insel inspirieren und hat mit ihren Gemälden bald großen Erfolg. Doch der Krieg, der in Europa tobt, wirft Schatten auf die Idylle. Als er schließlich auch Fünen erreicht, wird Ruths und Jakobs Liebe auf eine harte Probe gestellt. Sie müssen eine weitreichende Entscheidung treffen, deren Folgen bis in die Gegenwart wirken.  


Zur Zeit der deutschen Besatzung Dänemarks treffen auf der Ostseeinsel Fünen Idylle, Märchenhaftes und Bedrohung aufeinander. Es geht ums Überleben, um Liebe und Freundschaft...


Der historische Hintergrund: Am 9. April 1940 besetzen deutsche Soldaten Dänemark. Das kleine Land entwickelt sich zu Hitlers „Muster-Protektorat“. Hier  leben bis Oktober 1943 neben den rund 7000 dänischen Juden auch etwa 2000 aus Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei geflüchtete Juden mit einer Aufenthaltsgenehmigung relativ unbehelligt. Dieses ist auf eine Bedingung der dänischen Allparteien-Regierung zurückzuführen, die mit den NS-Besatzern kooperiert. Als jedoch nach drei Jahren die Niederlagen der Deutschen offensichtlich werden, nehmen Sabotageakte des dänischen Widerstandes (zu dem rund 50 000 Dänen gehören) so zu, dass schließlich die Regierung aufgelöst wird und auch in Dänemark von den Nazis – übrigens ein ganzes Jahr später als in Norwegen – der Befehl zum Abtransport der Juden in KZs ergeht.  Durch die gezielte Indiskretion eines deutschen Diplomaten sickert diese Information durch. Hals über Kopf verlassen die Gewarnten ihre Wohnungen, um sich zu verstecken. Und die dänische Bevölkerung hilft spontan. 1600 deutsche Soldaten stehen bereit, um in der Nacht vom 1. auf den 2. Oktober 1943 alle Juden in Dänemark gefangen zu nehmen. Doch seltsamerweise „übersehen“ sie an der Küste auch hunderte von Überquerungen mit vollbesetzten Fischkuttern über den Öresund nach Schweden. Dort werden die Verfolgten mit offenen Armen aufgenommen und bis zum Ende des Krieges versorgt.


99 Prozent aller Juden aus Dänemark konnten gerettet werden!  Das ist einzigartig und ging als Ausnahme unter dem Namen „die dänische Lösung“ oder „Wunder einer Nacht“ in die Geschichte ein. Ein ganzes Volk hielt zusammen, bis heute spricht man von einer Sternstunde der Menschheit.  


Aber mit ihrer Ankunft in Schweden ist die Geschichte für die geretteten Juden noch nicht vorbei. Wie es weitergeht, auch davon handelt „Die Fliederinsel“ am Beispiel von Ruths kleiner Familie.  


Zu Fünen: Die Ostseeinsel ist so groß wie Mallorca und liegt drei Stunden von Hamburg entfernt (man braucht etwa so lange wie bis nach Sylt). Der Schauplatz Holmsby ist erfunden, aber tatsächlich blühen im Südwesten Fünens im Mai/Juni drei bis vier Meter hohe, herrlich duftende Fliederalleen. Sie durchziehen dann das Land wie Lebensadern. Am dritten Maiwochenende werden alljährlich die Südfünischen Fliedertage (sydfynske syrendage) gefeiert. Mehr Infos: www.visitfaaborg.dk/faaborg/sydfynske-syrendage.  Fünen trägt den Beinamen „die Märcheninsel“, weil hier Hans Christian Andersen lebte und man heute noch viele Motive sieht, die an seine Märchen erinnern. Mehr dazu unter http://www.visitfyn.de/de/funen/visitfyn
 
Die freie Journalistin und Autorin Sylvia Lott ist gebürtige Ostfriesin. Viele Jahre schrieb sie für Frauen-, Lifestyle- und Reisemagazine, heute konzentriert sie sich auf ihre Romane. Bei Blanvalet veröffentlichte sie bereits "Die Rose von Darjeeling", "Die Glücksbäckerin von Long Island", "Die Lilie von Bela Vista" und „Die Inselfrauen“. Ihr aktueller, auf Borkum spielender Roman verkaufte sich seit Erscheinen im April 2016 bereits über 50 000 mal und wird vom Verlag als „Überraschungs-Bestseller“ bezeichnet. Auf die Idee zu ihrem Fünen-Roman kam sie, als sie eine Woche lang für eine Reisereportage (für das „ADAC Reisemagazin“) auf den Spuren von Hans Christian Andersen über die Insel radelte. Sylvia Lott lebt in Hamburg-Winterhude.

Sylvia Lott – Die Fliederinsel. Ca. 550 S., Blanvalet-TB, ca. 9,99 Euro, ca. € 10,30 [A] | ca. CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis) ca. € 10,30 [A] | ca. CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis). Auch als e-book. ISBN: 978-3-7341-0335-3, ET: 15. Mai 2017

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