Teilzeitausbildung ist für beide Seiten ein Gewinn

Informationsveranstaltung im BiZ am 2.3.2018

Thomas Lehmkuhl (v.l.) fand mit Natascha Mix und Sandra Marx hochmotivierte Lehrlinge.

Natascha Mix wusste genau, was sie wollte, und ihr Ziel verfolgte sie hartnäckig. Obwohl die 27-Jährige drei Absagen vom Malerfachbetrieb Klaus Lehmkuhl erhalten hatte, bewarb sich ein viertes Mal dort.

„Ich habe zwar schon einige junge Frauen ausgebildet, auch eine junge Mutter, doch Natascha konnte wegen ihrer Tochter nur in Teilzeit eine Ausbildung machen. Ich war skeptisch, wie das im Arbeitsalltag funktionieren sollte“, erzählt Malermeister Thomas Lehmkuhl. Seine Mutter Ingrid Lehmkuhl hat das Engagement der jungen Mutter überzeugt. Nach dem Unfall ihres Mannes stand sie 1977 auch mit zwei kleinen Kindern plötzlich vor der Aufgabe, Betrieb und Familienleben meistern zu müssen. Sie konnte die Situation der alleinerziehenden Mutter gut nachvollziehen und kümmerte sich um die Vertragsmodalitäten.


Inzwischen ist Natascha Mix im dritten Lehrjahr, macht im Herbst ihren Abschluss und kann sich vorstellen, in ein paar Jahren die Meisterfortbildung zu machen.

„Natascha konnte von Anfang an sehr selbständig arbeiten. Sie ist sehr gut organisiert und zuverlässig. Sie überzeugt auch fachlich. Sie hat das Lackieren schneller gelernt als ihre männlichen Kollegen und macht es hervorragend. Auch beim Kundenkontakt kann sie punkten. Inzwischen haben wir eine weitere junge Frau in eine Teilzeitausbildung übernommen. Wichtig ist, dass die Kinderbetreuung sichergestellt ist und auch ein Plan B bei längeren Betreuungszeiten existiert. Die Teilzeiteinschränkung lässt sich auf der Baustelle dann schon organisieren“, findet Lehmkuhl.

Seit September 2017 macht Sandra Marx bei ihm die Ausbildung zur Malerin und Lackiererin. Die zweifache Mutter entdeckte während einer Fortbildung den eher männlich dominierten Beruf und machte ein Langzeitpraktikum bei Lehmkuhl. Unter den 24 Mitschülern sind lediglich zwei weitere junge Frauen dabei, doch sie hat ihre Entscheidung nicht bereut. Die Kreativität und Abwechslung gefallen ihr sehr gut. Durch Kindergarten, Schule, Lebensgefährten und Familie sind ihre Kinder so gut versorgt, dass die 25-Jährige bei eiligen Aufträgen auch mal länger oder am Wochenende arbeiten kann. Beide sind mit Herzblut dabei: “Eine Teilzeitausbildung können wir anderen Müttern und Vätern nur empfehlen!“


Eine gute Gelegenheit, sich umfassend zu informieren, bietet die Veranstaltung am 2. März 2018 von 9:30 bis 12:00 Uhr im Berufsinformationszentrum (BiZ) der Agentur für Arbeit Lübeck, Hans-Böckler-Str. 1, 23560 Lübeck.
 
Die Agentur für Arbeit und das Jobcenter Lübeck informieren in Kooperation mit der Handwerkskammer Lübeck und der Beratungsstelle Frau & Beruf über die Voraussetzungen einer Teilzeitausbildung. Auch junge Mütter und Unternehmen kommen zu Wort und berichten von ihren Erfahrungen. Im Anschluss wird eine freie Sprechstunde angeboten, bei der alle Fragen geklärt werden können.

Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird um eine Anmeldung im BiZ unter der Telefonnummer 0451 588-397 oder per E-Mail unter luebeck.biz@arbeitsagentur.de gebeten.

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