Broilers 2017

2017 ist das Jahr der Broilers. Im Februar erschien ihr neues Album „(sic!)“, das als erste Veröffentlichung unter eigener Regie auf dem bandeigenem Label gleich den Einstieg auf Platz Eins der Charts schaffte. In der Folge wurde der Longplayer mit einem „Echo“ ausgezeichnet und erreichte mittlerweile Goldstatus.Auf vielen ausverkauften Konzerten feierten im Frühjahr über 160.000 Fans die Band, die im Sommer auf den größten Festivals der Republik gastierte und mit ihren eigenen Open Airs 11.000 Fans allein in Dresden und 15.000 Fans in der Berliner Wuhlheide glücklich machte. Das Jahr war für die Broilers voller Höhepunkte, doch das Grande Finale hat sich das Düsseldorfer Quintett für den im November startende zweiten Teil seiner Tour 2017 aufgehoben.

Die Broilers sind für Deutschland, was Bruce Springsteen für die USA ist: Sie beschreiben, was sie sehen und sie sagen, was sie meinen. In ihren Worten und auf ihre Art. Kann nicht allen gefallen, kann aber viele glücklich machen. Sie wollen den Finger in die Wunde legen und können gut damit leben, dass das häufig bei einer Querfront aus vermeintlichen Hipstern und besorgten Bürger gerade als „uncool“ oder „nicht trendy“ gilt. Gleiches gilt für ihre Musik: „Authentizität“ und „bei sich sein“ sind hier die wichtigen Begriffe für die Band und natürlich darf auch Pathos mit dabei sein. Genau dafür werden sie von ihren Fans innig geliebt und in ausverkauften Hallen landauf, landab seit Jahren enthusiastisch gefeiert.

„‚(sic!)‘ zeigt uns, dass wir uns darüber einig sind, wie Punk für uns klingen soll, dass gewisse Dinge thematisiert werden müssen und still am Rand stehen immer die schlechteste Option ist“, sagt Sammy Amara, Sänger, Texter und Komponist der Düsseldorfer Band. Punkrock, Ska, Pop, Singer/Songwriter-Sounds: Alle Elemente, die immer wieder im Sound der Broilers auftauchten, spielen auch hier eine Rolle. „Die Band und das, was sie am besten kann, sind im Fokus.“

Die Düsseldorfer haben viel zu erzählen, aus vielen Welten. Als sie 1994 eine Band gründen wollen, sind sie 12jährige Nachwuchspunks: Schlagzeug und Gitarre, „The Clash“, „Sex Pistols“ und „Die Toten Hosen“ als Treibstoff und alles mehr eine größenwahnsinnige Vision als eine Musikgruppe. Mit den ersten Veröffentlichungen machen sich die Düsseldorfer einen guten, wenn auch nie sonderlich geliebten Namen. „Damals kannten wir den Begriff überhaupt nicht und als wir ihn kennengelernt hatten, war das Kind bereits in den Brunnen gefallen“, erzählte der bandinterne Multifunktionär Amara später der „Zeit“. „Aber es ist eine lange Tradition deutscher Punkbands, sich Scheiß-Namen zu geben….“ . Die Band nimmt in der Folge Alben auf, mit der sie sich schnell die engen Genregrenzen sprengt. Der nie forcierte, am Ende logische Schritt aus dem eigenen Szenebiotop manifestiert sich spätestens mit dem 2007er-Release „Vanitas“. Das Album präsentiert die bis dato größte Hitdichte der Bandkarriere, was erstmals auch außerhalb des Undergrounds für Aufsehen sorgt.

2011 geht es mit „Santa Muerte“ erst so richtig los, wenn man nach fast 20 Jahren Bandgeschichte noch von einem Durchbruch sprechen möchte. Das Album katapultiert die Band auf Platz 3 der Charts und aus den Clubs in die Hallen. Nach vielen Jahren der kleinen Schritte geht jetzt alles etwas schneller. „Santa Muerte“, das erste Album mit dem neuen Produzenten Vincent Sorg, führt die Broilers auf eine beinahe zwei Jahre dauernde Tour und fügt dem Sound der Band einen neuen Klang hinzu: Große Melodien für große Hallen treffen auf raue Energie. Der SignatureSound der Band ist ein Gemisch aus Schweiß und Endorphinen, aus Haltung und Hoffnung. Mehr Bruce Springsteen, in Fragen von Ethos, Kunst und Geist — bandintern eh schon lange und bis heute übergroße Referenz. Das Ergebnis dieser mächtigen Fusion sind zwei ausverkaufte Heimspiele zum Tour Abschluss vor 20.000 Zuschauern. Die Broilers sind Anfang des Jahrzehnts mit ihrem fünften Studioalbum in einer neuen Dimension angekommen, sie sind die „erfolgreichste unbekannte Band Deutschlands“, ohne dass es einen großen Knall gegeben hätte.

Den großen Knall gibt es dann mit „Noir“ und 2014 ändert sich die Sache mit dem „unbekannt“ ganz schnell. Das Album schießt auf Platz 1 der Charts, die Hallen auf der folgenden Tour sind nicht nur groß, sondern auch voll bis unters Dach, das Interesse an der Band ist gewaltig und die Broilers sind spätestens jetzt ganz vorne dabei. Das war nicht das Ziel, aber wer Musik macht, will gehört werden – besonders, wenn er etwas zu sagen hat. Das war damals so und das bleibt auch so.

„(sic!)“ ist 2017 nun Rückblick, Besinnung und Ausblick gleichzeitig. „Die Band hat sich über die Jahre komplett freigeschwommen. Eine eigene Plattenfirma, ein eigener Sound. Gemeckert wird eh, egal, wie man es macht. Also kann man es sich auch leicht machen und einfach das tun, was man möchte. Das hat über 20 Jahre gut geklappt“, macht Amara klar. „Das Album ist sehr politisch geworden, auch wenn das gar nicht der Plan war. Das wird viele Leute verschrecken, aber das nehmen wir gerne in Kauf.“ Wer sich heute versteckt, verrät sich selbst – und im Falle der Broilers noch viel mehr. Viele alte und noch mehr neue Fans danken es den fünf Musikern mit großer Zuneigung und riesigem Enthusiasmus: Über eine Viertelmillion Menschen werden diese Jahr eines ihrer Konzerte besucht haben. 2017 sind die Broilers die Band der Stunde und eine der populärsten Gruppen des deutschen Sprachraums.

 

Broilers 2017 – Termine im Umland:
25.11.2017 Schwerin – Sport- und Kongresshalle
20.12.2017 Oldenburg – Weser-Ems-Halle
22.12.2017 Kiel – Sparkassen-Arena

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