Szene 09/21

JOB | KARRIERE | WEITERBILDUNG Werbung 28 Gewerkschaft: „Viel Potential auf dem Bau“ Noch 740 Ausbildungsplätze zu vergeben D as neue Ausbildungsjahr startet – doch viele Firmen suchen weiterhin Nach- wuchs: In Lübeck sind von insgesamt rund 1.840 gemeldeten Ausbildungsstellen aktuell noch 740 Plätze zu vergeben. Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar- Umwelt mit und beruft sich dabei auf Zahlen der Arbeitsagentur. Die IG BAU Holstein warnt vor einer Verschärfung des Fachkräfteman- gels, sollte ein Großteil der Stellen unbesetzt bleiben – und ruft Berufsstarter dazu auf, sich insbesondere in der Baubranche umzusehen. Laut Arbeitsagentur sind bei Hoch- und Tief- bauunternehmen in Schleswig-Holstein der- zeit noch rund 330 Plätze frei. Das entspricht etwa der Hälfte aller gemeldeten Ausbildungs- stellen in der Branche. „Die Corona-Pandemie ist insgesamt am heimischen Ausbildungsmarkt nicht spurlos vorbeigegangen. Teils bieten Firmen weniger Plätze an oder fahren die Lehre ganz zurück. Auch der Berufsschulunterricht kann nicht überall wie gewohnt stattf inden. In vielen Bereichen bewerben sich aber auch deutlich weniger Schulabgänger“, sagt Ralf Olschewski, Bezirksvorsitzender der IG BAU Holstein. Doch jeder Azubi, der jetzt fehle, sei in drei Jahren eine dringend gebrauchte Fachkraft weniger. Besonders das Baugewerbe müsse angesichts der anhaltend hohen Auf tragslage – vom Wohnungs- bis zum Gleis- und Straßenbau – noch mehr Berufsanfänger für sich gewinnen. Dabei stünden Bau-Azubis im Branchenver- gleich in puncto Bezahlung an der Spitze, wie eine Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigt. Ein angehender Maurer kommt demnach im ersten Ausbil- dungsjahr auf 890 Euro pro Monat. Im zwei- ten Jahr liegt die Vergütung bei 1.230 Euro, im dritten sind es 1.495 Euro. Im Anschluss an den Gesellenbrief können sich Beschäftigte fortbilden und es bis zum Polier oder Bauleiter bringen. Viele Fachleute verließen jedoch nach der Aus- bildung ihren Baubetrieb, so die Gewerkschaft – vor allem wegen harter Arbeitsbedingungen und den oft langen, aber unbezahlten Fahrzei- ten zu den Baustellen. „Es kommt darauf an, den Bau auch nach der Ausbildung attraktiver zu machen. Gerade die Vereinbarkeit von Fa- milie und Beruf ist hier wichtig“, betont Cars- ten Burckhardt vom IG BAU-Bundesvorstand. Deshalb forder t die Gewerkschaf t in der laufenden Tarifrunde für die Branche eine Entschädigung der Wegezeiten, 5,3 Prozent mehr Einkommen und den Angleich der Ost- an die Westlöhne. Die Arbeitgeber hätten in den Tarifverhandlungen bis Ende September die Chance, die Branche für die Zukunft aufzu- stellen. „Ohne höhere Löhne und bessere Ar- beitsbedingungen wird es kaum gelingen, die enorme Nachfrage nach neuen Wohnungen, sanierten Straßen und energetischen Gebäu- desanierungen in den kommenden Jahren zu bewältigen“, so Burckhardt. Informationen rund um die Bau-Ausbildung und freie Plätze vor Ort gibt es bei den Sozi- alkassen der Bauwirtschaft (SOKA-BAU) online unter: https://www.bau-stellen.de/ Raus aus der „Helikopter-Falle“ Mütter und Väter müssen Kindern Freiraum lassen – auch beim Lernen Foto: djd/Studienkreis/Claudia Hofeldt K aum ein Thema treibt Eltern so sehr um wie die richtige Erziehung ihrer Kinder. Zu viel Sorge kann jungen Menschen jedoch vieles vorenthalten, was sie für eine gesunde Entwicklung zu selbstständigen und selbstbewussten Individuen benötigen. Gerade in schulischen Belangen sind Eltern unsicher, ob sie etwa bei den Hausaufgaben und Referaten helfen sollen oder nicht. „Es ist verständlich, dass Eltern für ihre Kinder nur das Beste wollen. Diejenigen, die dabei über das Ziel hinausschießen, werden Helikop- ter-Eltern genannt“, erklärt Thomas Momotow vom Studienkreis. „Das sind überfürsorgliche Mütter und Väter, die ihre Kinder sehr stark behüten und ihnen unnötig viele Aufgaben abnehmen.“ Wer sich selbst fragt, wie viel Unterstützung das eigene Kind tatsächlich benötigt und ob man womögl ich zu viel "hilft", findet Antworten in ei - nem 48 Seiten starken E-Book mit dem Titel „Vertrauen statt Kontrolle – So finden Eltern aus der Helikopter-Falle“. Es kann unter www. s tudi enk re i s .de/ ver trauen-statt-kontrolle kos- tenlos heruntergeladen werden. In dem Ratgeber erfahren Eltern nicht nur, wie sie ihr Kind auf dem Weg zu mehr Selbstständigkeit in Schule und Alltag begleiten kön- nen. Ebenso wird vermittelt, dass Scheitern zu einem gesunden Lernen dazugehört. Außerdem gibt die Broschüre Tipps, wie man Kin- dern nach und nach altersgerecht Verantwortung übertragen kann.

RkJQdWJsaXNoZXIy Mzc0NTQ=