Trinity Of Queen - Freddie virtuos live im Theater Lübeck – Interview mit der SZENE Lübeck

Samstag | 23.3.19 | 19:30 Uhr | Großes Haus | Beckergrube 16

SZENE: Natalia, Du bist gerade dabei, mit virtuos arrangierten Queen-Songs Karriere zu machen. Wie kommt man als klassisch ausgebildete Pianistin auf so ein Idee?
NATALIA: Die Herangehensweise, ein Stücke zu erarbeiten, basiert auf die klassische Ausbildung. Mein Vater war Bassgitarrist in einer Beatles Tribute Band. Noten gab es in Leningrad nicht, Schallplatten auch nicht, also habe ich eine gehörige Portion Improvisationstalent und rhythmisches Verständnis von meinem Vater vermittelt bekommen. Dennoch hat meine Mutter - mit der klassischen Musik vertraut - den größeren Teil dazu beigetragen, dass ich der musischen Berufung gefolgt bin.

SZENE: Du bist durch die harte musikalische Schule in Russland gegangen, wäre Crossover während der Studien in St. Petersburg undenkbar gewesen?
NATALIA: Als Kind habe ich schon gern nach Gehör gespielt und mein Vater hätte mich liebend gern "crossover" als "Vanessa Mae" auf dem Klavier gesehen. Natürlich habe ich diese Musik nur daheim gepflegt!

SZENE: Warum ausgerechnet Queen?
NATALIA: Queen bietet für mich einfach das größte Spektrum, harmonischer Reichtum paart sich mit genreübergreifenden Musikstilen. Die Bandbreite reicht von Rock über Pop bis hin zum Musical, es ist für jeden etwas dabei.

SZENE: Beethovens Mondscheinsonate kreuzt sich mit "The Show Must Go On". Die Rechte des "Ludwig van" sind abgelaufen - aber was sagt "Queen" dazu?
NATALIA: Das ist eine schöne Geschichte, denn ich bin weltweit die einzige Pianistin mit der ausdrücklichen Erlaubnis, die legendäre Musik in außergewöhnliche Arrangements zu verwandeln und zu interpretieren. Peter Freestone, Freddies ehemaliger persönlicher Assistent und Wegbegleiter, hat mich auf dem in Dresden bereits traditionell um den Todestag Mercurys stattfindenden Benefizkonzert gehört und danach Queen Gitarrist Brian May und Manager Jim Beach vorgestellt.

SZENE: Es gibt bereits Arrangements für Sinfonieorchester?
NATALIA: Bernd Wefelmeyer, ehemaliger Chefdirigent des Filmorchesters Babelsberg, hat wunderbare symphonische Arrangements geschrieben. Wir haben gerade eine Tournee im Baltikum absolviert und sind unablässig damit beschäftigt, meine eigenen künstlerischen Impulse orchestral einzubringen.

SZENE: Und wann können wir Dich live erleben?
NATALIA: Am 23. März spielen wir "unplugged" im Theater Lübeck. Meine Begleiter sind Tim Hahn (Klazz-Brothers) am Schlagzeug und Tom Götze (Dekadance) an Bass und Tuba, zwei wunderbare Musiker der Dresdner Jazzszene. Peter Freestone wird durch das Programm führen und "Trinity of Queen" die nötige Authentizität verleihen.

SZENE: Gibt es nicht auch noch eine neue Leidenschaft zu bewundern?
NATALIA: Stimmt, ich habe ein neues Solo-Recital mit eigens arrangierten Filmmusiken und wandere musikalisch zwischen "König der Löwen", "Herr der Ringe" und "Nothin Hill". Ein Horror-Film-Medley gibt es dort auch! Am 20. April bin mit dem Programm in Boltenhagen zu Gast.

SZENE: Das klingt ja genauso skurril wie Dein Schuhkauf in New York! Stimmt es, dass Dein Bühnenoutfit im Sex-Shop komplettiert wurde?
NATALIA: Queen Songs haben den Science-Fiction-Film " Flash Gordon" aus dem Jahr 1980 musikalisch untermalt und Ornella Muti trägt als Prinzessin Aura ein rotes Lederkostüm. Genauso wollte ich in meinen Shows am Flügel sitzen - leider fehlten mir letztendlich nur noch die richtigen Stiefel für das perfekte Outfit. Auf einer Reise nach New York habe ich genau das richtige Paar gefunden. Nun, es war eben ein Sex-Shop!

SZENE: Nebenbei bist Du Markenbotschafterin für einen japanischen Großkonzern. Wie kann man sich das vorstellen?
NATALIA: Casio steht nicht nur für digitale Uhren, die japanische Firma revolutionierte den Markt mit elektronischen Musikinstrumenten. Das neue "Celviano Grand Hybrid Piano" schlägt eine Brücke zu Bechstein, simuliert nicht nur Optik und Mechanik der Klaviatur, es verwendet spezifische Klangfarben der ehemals aus Berlin stammenden und nun im Erzgebirge beheimateten Traditionsmanufaktur.


SZENE: Natalia, besten Dank für das Interview und viel Spaß bei deinem Konzert im Theater Lübeck.

« Vertrieben – verloren – verteilt. Drehscheibe Pöppendorf 1945–1951 „Zugabe“ – Mario Adorf erzählt, liest und singt! »