Uraufführung von Tan Duns „Buddha Passion“

Chorakademie zu Gast bei den Dresdner Musikfestspielen

Die Internationale Chorakademie Lübeck wird im Mai 2018 erstmals bei den Dresdner Musikfestspielen zu Gast sein. Gemeinsam mit den Münchner Philharmonikern wird der Chor am Mittwoch, 23. Mai 2018, 20:00 Uhr, im Dresdner Kulturpalast Tan Duns „Buddha Passion“ zur Uraufführung bringen. Das Konzert leitet der Komponist höchstpersönlich, der sich sehr auf die neuerliche Zusammenarbeit mit der Chorakademie freut. Im Jahre 2015 hatte er bereits seine „Water Passion“ mit dem Vokalensemble einstudiert und zur Aufführung gebracht. Resultierend aus dieser Zusammenarbeit wurde die Internationale Chorakademie Lübeck vom Komponisten nach Shanghai eingeladen, um dort 2016 die chinesische Erstaufführung der „Water Passion“ – in der überaus spannenden Kombination mit der Erstaufführung der „Johannes-Passion“ von Johann Sebastian Bach – zu singen.

Mit dem Engagement bei den Dresdner Musikfestspielen knüpft die Internationale Chorakademie Lübeck somit an die über die Jahre sich durch zahlreiche Konzerte und Erstaufführungen in Fernost und mit Werken Tan Duns hier in Europa entwickelte Arbeit als musikalischer Botschafter zwischen China und Europa erfolgreich an. Rolf Beck schaut mit viel Elan und Zuversicht auf die Zusammenarbeit mit dem Komponisten: „Wir kennen uns nun schon sehr lange und pflegen einen regen Austausch, der sich sicher in vielen weiteren spannenden Projekten äußern wird. Uns ist es eine Ehre, nun aber erst einmal die Uraufführung der Buddha Passion mit den Münchner Philharmonikern bei den Dresdner Musikfestspielen übernehmen zu dürfen.“

Die Anfrage für das Projekt steht nicht nur für den guten Ruf der ausgefeilten vokalen Vielseitigkeit des Chores, sich den besonderen Anforderungen des Werkes zu stellen, sondern stellt auch unter Beweis, dass das Vokalensemble spontan und flexibel agieren kann. Immerhin springt die Internationale Chorakademie für den ursprünglich geplanten Prager Philharmonischen Chor ein, der die Teilnahme an der Uraufführung kurzfristig absagte. Für Beck und seine Mannschaft kein Problem: „Wir kennen Tan Dun und seine Kompositionstechniken spätestens seit unserer Arbeit mit ihm bei der ‚Water Passion‘ sehr gut. Das ist natürlich auch für uns eine Herausforderung – aber eine, der wir gewachsen sind.“

Der in China geborene und in New York lebende Komponist Tan Dun ist einer der großen Tonschöpfer unserer Zeit, der auch mit seinen Filmmusiken Weltruhm erlangt hat. Bei den Dresdner Musikfestspielen wird mit »Buddha Passion« für Chor und Orchester ein spektakuläres Auftragswerk seine Weltpremiere feiern, das dann um die Welt gehen wird – mit Aufführungen unter anderem durch das New York Philharmonic Orchestra, das Los Angeles Philharmonic sowie das Melbourne Symphony Orchestra. Inspiriert wurde Tan Dun dabei von den Wandmalereien in den Grotten und Höhlen entlang der Seidenstraße. Der Komponist beschreibt die Inspiration zu seinem neuesten Werk wie folgt:

"Als ich im vergangenen Jahr zum ersten Mal die Mogao-Grotten besichtigt habe, war ich von der Schönheit der Illustrationen und die in den Malereien dargestellte Hingabe an den Buddhismus überwältigt. Ich erlebte weit draußen auf der Seidenstraße reine Kunst von Hand auf den Fels gemalt. Ich war so bewegt, dass mein Herz, meine Seele und mein Geist sich nach mehr sehnten. Was könnte ich diesem Ort zurückgeben, der abertausenden Reisenden über die Jahrhunderte schon so viel gegeben hat? Wie könnte ich etwas kreieren, das der Nachwelt die Geschichte dieser Höhlen erzählt, von denen einige fast schon in Vergessenheit geraten sind? Es waren eben nicht nur die einfache Schönheit und der Atem der Darstellungen, die mich bewegten, sondern auch die Geschichten, die dort an den Wänden der Höhlen festgehalten waren. Geschichten, die mir meine Großmutter bereits erzählt hatte, als ich noch als kleiner Junge barfuß durch die Landschaften meiner Heimatprovinz lief.“

www.musikfestspiele.com
www.chroakademie-luebeck.de

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