3. Sinfoniekonzert Haydn Brahms – Werke von Richard Wagner, Joseph Haydn und Johannes Brahms

Sonntag und Montag | 29. und 30.11.15 | 19:30 Uhr | MuK | Lübeck

Musikalische Innovationen stehen im Mittelpunkt des 3. Sinfoniekonzertes, das den Bogen von Joseph Haydn über Richard Wagner hin zu Johannes Brahms schlägt: So wäre Haydns Trompetenkonzert Es-Dur ohne den damals ganz neu erfundenen Klappenmechanismus überhaupt nicht denkbar. Haydn schrieb das Konzert 1796 als Auftragswerk für den Trompetenvirtuosen und Erfinder der Klappentechnik, Anton Weidinger, und schöpfte die Mittel des neuen Instrumentes, bis dahin unmögliche Tonfolgen zu spielen, gänzlich aus. Das Resultat ist ein für Zuhörer und Solisten gleichermaßen dankbares Werk, das dem Solisten die Möglichkeit bietet, in technisch hochvirtuosen Passagen zu brillieren. Mit dem Trompeter Reinhold Friedrich stellt sich dabei ein international bekannter Künstler der Herausforderung dieses Konzertes.


Eine Neuerung auf ganz anderem Gebiet stellt dagegen Richard Wagners 1865 uraufgeführtes Musikdrama „Tristan und Isolde“ dar. Um die unstillbare Liebessehnsucht der beiden Protagonisten auszudrücken, erfand Wagner den berühmten „Tristan-Akkord“, ein Motiv, das sich mit den üblichen harmonischen Möglichkeiten nicht auflösen lässt. Erst am Schluss des Werkes findet mit „Isoldes Liebestod“ die Erlösung im doppelten Sinne statt: die Vereinigung der beiden Liebenden im Tod und zugleich musikalisch die Auflösung des Tristan-Akkordes, der wegweisend für fast alle Komponisten nach Wagner wurde.


Als Gipfel und Endpunkt de Sinfonik im 19. Jahrhundert wird wiederum die Sinfonie Nr. 4 e-Moll op. 98 von Johannes Brahms betrachtet. Eine Brücke in die Vergangenheit und zugleich Bote der Zukunft, greift sie namentlich im letzten Satz, eine Passacaglia mit 30 Variationen, das Variationsmodell des Barock auf; gleichzeitig nimmt sie in der Art und Weise, wie das gesamte thematische Material aus einem einzigen musikalischen Kern entwickelt wird, bereits die Reihentechnik Arnold Schönbergs vorweg – allerdings mit dem romantisch-melodischen Charme eines Johannes Brahms. Es spielt das Philharmonische Orchester der Hansestadt Lübeck unter seinem GMD Ryusuke Numajiri.
Dirigent Ryusuke Numajiri, Trompete Reinhold Friedrich.


Termine: So 29.11., 11:00 Uhr; Mo 20.11., 19:30 Uhr, Musik- und Kongreßhalle.
Einführung jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn in der Musik- und Kongreßhalle.
Veranstaltungsort Musik- und Kongreßhalle Lübeck.

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