5. Sinfoniekonzert – Ravel Rachmaninow

Werke von Maurice Ravel, Ernest Chausson und Sergej Rachmaninow

Mit einer »Hommage an die gesamte französische Musik des 18. Jahrhunderts«, wie Maurice Ravel sein 1920 uraufgeführtes Werk »Le Tombeau de Couperin« bezeichnete, kehrt Marc Piollet zum 5. Sinfoniekonzert an das Pult der Lübecker Philharmoniker zurück. Das ursprünglich als Klavierzyklus komponierte Werk entstand parallel zu einer damals geführten allgemeinen Diskussion, die vom Papst ausgelöst worden war, indem er den Tango als unsittlich verboten hatte und stattdessen die barocke Tanzform der Forlane  wiederbeleben wollte. So griff Ravel auf eine Forlane von Francois Couperin zurück, die er mit den Mitteln des 20. Jahrhunderts modifizierte.


Sie wird umrahmt von einem Prélude im Stile der Cembalisten des 18. Jahrhunderts und einem klassischen Menuett. Ein heiterer Rigaudon, ein altfranzösischer Gesellschaftstanz, beschließt das Werk, dessen einzelne Sätze Ravel seinen im Ersten Weltkrieg gefallenen Freunden widmete.


Auch der bei uns weniger bekannte Ernest Chausson bediente sich gern der zyklischen Formen, wie z. B. in seiner »Dichtung von Liebe und Meer«, einem 1893 uraufgeführten Liederzyklus, der auf Texte von Maurice Bouchor zurückgeht. Bouchor, eine schillernde Persönlichkeit, gab Märchensammlungen heraus, führte von ihm verfasste  Stücke für selbstgebastelte Marionetten auf und schrieb Gedichte, von denen Chausson etwa fünfzehn vertonte. »Le Poème de l’amour et de la mort« besteht aus zwei großen Teilen, die durch ein instrumentales Zwischenspiel miteinander verbunden sind. Für den Gesangspart konnte die bekannte Sopranistin Christiane Iven gewonnen werden, die mit den großen Orchestern der Welt gearbeitet hat und für ihre künstlerischen Leistungen mit dem Niedersächsischen Staatspreis sowie dem Titel baden-württembergische Kammersängerin ausgezeichnet wurde.


Ebenfalls zyklisch gebaut und romantisch angehaucht ist die Sinfonie Nr. 2 e-Moll von Sergej Rachmaninow, die zugleich den Höhepunkt seines instrumentalen Schaffens darstellt. Sie speist sich nahezu gänzlich aus einem siebentönigen Leitthema, das zu schwelgerisch-strömenden Melodien verdichtet fast alle Sätze beherrscht. Entstanden in einer der seltenen ausgeglichenen Phasen im Leben Rachmaninows, überzeugt die 2. Sinfonie durch ihre große Geschlossenheit, durch die ein Hauch romantischer Schwermut weht, ohne in Kitsch abzugleiten.


Dirigent Marc Piollet, Sopran Christiane Iven.
Termine Sonntag, 31.1., 11:00 Uhr, Montag, 1.2., 19:30 Uhr, Einführung jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn.
Veranstaltungsort Musik- und Kongresshalle Lübeck, Rotunde.

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