Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck präsentiert das 5. Sinfoniekonzert – Ravel Rachmaninow

Montag | 1.2.16 | 19:30 Uhr | MuK | Willy-Brandt-Allee 10 | Lübeck

Zum 5. Sinfoniekonzert kehrt Marc Piollet an das Pult der Lübecker Philharmoniker zurück, passenderweise mit einer „Hommage an die gesamte französische Musik des 18. Jahrhunderts“, wie Maurice Ravel sein 1920 uraufgeführtes Werk „Le Tombeau de Couperin“ bezeichnete. Das ursprünglich als Klavierzyklus komponierte Werk entstand parallel zu einer öffentlichen Diskussion, die vom Papst ausgelöst worden war: dieser hatte den Tango als unsittlich verboten und versuchte, stattdessen die barocke Tanzform der Forlane als moralisch einwandfrei wiederzubeleben. So verwendet Ravel eine Forlane von François Couperin, die er jedoch mit den Mitteln des 20. Jahrhunderts modifiziert. Sie wird umrahmt von einem Prélude im Stile der Cembalisten des 18. Jahrhunderts und einem klassischen Menuett. Ein heiterer Rigaudon, ein altfranzösischer Gesellschaftstanz, beschließt das Werk, dessen einzelne Sätze Ravel seinen im Ersten Weltkrieg gefallenen Freunden widmete.

Der um 1840 entstandene Liederzyklus „Les nuits d’été“ (Sommernächte) von Hector Berlioz, dem Vertreter der französischen Hochromantik schlechthin, geht auf Gedichte des berühmten französischen Dichters Théophile Gautier zurück. Darin enthalten ist z. B. auch das Gedicht „Le Spectre de la Rose“, das vielen Musikfreunden vor allem als Ballett bekannt ist, zu dem übrigens ebenfalls Berlioz die Orchesterfassung schrieb. Die „Sommernächte“ wurden zunächst für Klavier und Singstimme komponiert; erst einige Jahre später anlässlich einer Tournee durch Deutschland begann Berlioz mit der Orchesterfassung und verteilte daraufhin die einzelnen Lieder an unterschiedliche Stimmlagen. In Lübeck wird die Fassung für Orchester, jedoch wie in der ursprünglichen Version mit einer einzigen Singstimme, zu hören sein. Mit der international bekannten Sopranistin Juliane Banse stellt sich eine hochkarätige Interpretin der Herausforderung dieser wechselnden Stimmlagen. Berlioz, ein Meister der Instrumentation, der sogar eine bis heute als Standardwerk geltende Instrumentationslehre verfasst hat, schuf mit diesem Liederzyklus für Singstimme und Orchester eine ganz neue Form, die für die französische Liedkomposition bis ins 20. Jahrhundert hinein wegweisend wurde.

Ebenfalls zyklisch gebaut und romantisch angehaucht ist die Sinfonie Nr. 2 e-Moll von Sergej Rachmaninow, die zugleich den Höhepunkt seines instrumentalen Schaffens darstellt. Sie speist sich nahezu gänzlich aus einem siebentönigen Leitthema, das zu schwelgerisch-strömenden Melodien verdichtet fast alle Sätze beherrscht. Entstanden in einer der seltenen ausgeglichenen Phasen im Leben Rachmaninows, überzeugt die 2. Sinfonie durch ihre große Geschlossenheit, durch die ein Hauch romantischer Schwermut weht, ohne in Kitsch abzugleiten.

Karten gibt es im Vorverkauf für 18,60 bis 36,20 Euro inkl. Vvk-Gebühren bei tips&TICKETS und bei allen bekannten Vorverkaufsstellen.


Einführungen für das Konzertpublikum finden eine Stunde vor Konzertbeginn statt.
Die musikalische Kinderbetreuung während der Sonntagskonzerte findet in Kooperation mit der Musik- und Kunstschule Lübeck und mit freundlicher Unterstützung der Orchesterfreunde e.V. statt.
Das Sinfoniekonzert des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck findet in der Rotunde statt. Die erworbenen Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit und  berechtigen wie gewohnt zum Einlass.

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