Wolfram Christ dirigiert das 6. Sinfoniekonzert

Das Philharmonische Orchester der Hansestadt Lübeck spielt Werke von Brahms, Beethoven und Neukomm

Beim 6. Sinfoniekonzert, am 14. März 2016 in der Rotunde der Musik- und Kongresshalle, ist der gefragte Dirigent Wolfram Christ zu Gast in Lübeck. Christ arbeitet seit 2003 als Solist und als Dirigent intensiv mit dem Stuttgarter Kammerorchester zusammen und war von 2009 bis 2013 dessen Erster Gastdirigent.


Untypische und außergewöhnliche Kompositionen erklingen beim 6. Sinfoniekonzert des Philharmonischen Orchesters Lübeck: Der Komponist Sigismund von Neukomm, Schüler von Michael und Joseph Haydn, ist nicht nur eine schillernde Persönlichkeit, sondern gilt auch als Erfinder der Gattung »Fantasie für Orchester«. Bis dahin kannte man Fantasien in der Regel nur für ein Instrument. Von Neukomm war u. a.  Kapellmeister am Deutschen Theater in St. Petersburg, arbeitete in Paris mehrere Jahre für den Diplomaten Talleyrand, komponierte ein Requiem zum Gedächtnis Ludwigs XVI., das ihm die Mitgliedschaft in der französischen Ehrenlegion und den Adelstitel einbrachte, und ging sogar einige Jahre nach Brasilien. In St. Petersburg entstand 1806 die zweite seiner vier Fantasien für großes Orchester d-Moll, die er Joseph Haydn widmete. Ob das Werk noch in Russland erklang oder erst im Dezember 1808 im Leipziger Gewandhaus seine Uraufführung erlebte, ist unklar, doch der Erfolg der Komposition umso eindeutiger. Ebenfalls 1806 komponierte Beethoven zwischen der »Eroica« und der »Schicksalssinfonie« seine 4. Sinfonie B-Dur, die Robert Schumann am besten mit seinem Ausspruch charakterisierte, sie sei eine »griechisch schlanke Maid zwischen zwei Nordlandriesen«. Die Sinfonie ist ein geistreiches Spiel mit verschiedenen Tonfällen und besticht durch klangliches Raffinement und eine heitere Grundstimmung, die sich am Vorbild des späten Haydn orientiert. Dennoch ist sie kein Rückschritt, sondern enthält formal Neues wie die für die Zeit untypische Wiederholung des Trios, wodurch das Scherzo mehr Gewicht in der Balance der Sätze erhält. Ebenso ungewöhnlich ist die von Iain MacPhail arrangierte Streichersinfonie von Johannes Brahms: auf der Grundlage des Streichquintetts Nr. 2 op. 111 arbeitete der schottische Geiger und Arrangeur das Stück in eine Sinfonie um. Mit der Reduktion großer und der Ausweitung kleiner Besetzungen kennt er sich aufgrund seiner langen Tätigkeit für das Stuttgarter Kammerorchester bestens aus. Eine Möglichkeit, Brahms ganz neu zu entdecken!


Das 6. Sinfoniekonzert des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck findet lediglich am Montag, den 14.3.16, statt. Der Konzerttermin am Sonntag, 13.3.16, muss aufgrund der Sperrung des Konzertsaales entfallen.

Sigismund von Neukomm (1778-1858)        »Fantasie« d-Moll op. 9
Johannes Brahms (1833-1897)                   Streichersinfonie G-Dur op. 111 nach dem Streichquintett Nr. 2 op. 111 (arrangiert von Iain MacPhail)
Ludwig van Beethoven (1770-1827)           Sinfonie Nr. 4 B-Dur op. 60

Karten von 16,- bis 32,- Euro (ermäßigt von 10,- bis 20,- Euro).
Kartentelefon 0451/399 600, Kartenkauf online www.theaterluebeck.de.
Mit freundlicher Unterstützung der Musik- und Orchesterfreunde e.V.

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