HanseHeroes – Alte Städte neu entdeckt

19. September bis 18. November 2018 im Europäischen Hansemuseum / 1. OG Burgkloster Pressepreview am 18. September, um 18:00 Uhr, Eröffnung mit Abendvortrag um 19:00 Uhr

Blick in die Ausstellung © Olaf Malzahn

Mit dem neuen Format HanseHeroes – Alte Städte neu entdeckt rückt das Europäische Hansemuseum einzelne Hansestädte in den Fokus. Zahlreiche Städte berufen sich heute auf ihre hansische Vergangenheit. In Mini-Ausstellungen werden bekannte wie auch weniger bekannte Hansestädte als HanseHeroes vorgestellt – als die Städte, die Hanse ausmachen. Den Anfang dieser neuen Reihe als HanseHero macht Hannover.
Die Präsentation ist vom 19. September bis 18. November 2018 im Burgkloster zu sehen.

Hanse ist die Summe ihrer Städte. Es lohnt sich also, den Blick auf die vielen Städte zu richten, die einst Teil des Handelsnetzwerks waren. Städte wie Hannover waren auf vielfältige Art und Weise mit anderen Hansestädten verbunden. Die Städte schlossen unter anderem gemeinsam Schutzbündnisse, führten vereint Boykotte und schlichteten untereinander Streit. Doch vor allem waren die Hansestädte über die gemeinschaftlichen Handelsprivilegien in den vier Kontoren London, Brügge, Bergen und Nowgorod miteinander verbunden.

Die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover war im Mittelalter Hansestadt. Heute ist dieser Teil von Hannovers Stadtgeschichte jedoch weitestgehend unbekannt. Umso spannender ist es, die hansische Vergangenheit des Ortes zu entdecken und die wichtige Frage zu stellen: Was macht Hannover zur Hansestadt? Das neue Format „HanseHeroes – Alte Städte neu entdeckt“ widmet sich dieser Frage. Neben der Tatsache, dass Hannover eher zu den vergessenen Hansestädten gehört, war die Aufarbeitung der Hansebestände des Stadtarchivs Hannover – in Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle für die Geschichte der Hanse und des Ostseeraums (FGHO) am Europäischen Hansemuseum – ausschlaggebend für die Wahl Hannovers. Die Wahl Hannovers als Auftakt für das neue Ausstellungsformat könnte nicht passender sein, hat die Stadt Hannover doch in diesem Jahr offiziell einen Antrag auf Aufnahme in den Städtebund DIE HANSE beschlossen. Eine gute Gelegenheit, die hansische Vergangenheit einem breiteren Publikum näherzubringen.

Einladungsliste Hansetag 1556 aus dem Heroes-Stadtarchiv Hannover © Olaf Malzahn

Die kleine Ausstellung im 1. Obergeschoss des Burgklosters besteht aus Texttafeln, die über Hannovers hansische Vergangenheit informieren. Bereits im 13. Jahrhundert arbeitet Hannover etwa mit Bremen, Stade, Hamburg und Lüneburg zusammen, um die Interessen ihrer Kaufleute in Gent gemeinsam zu verteidigen. Um 1300 ist die Anwesenheit hannoverscher Kaufleute erstmals im St. Petershof in Nowgorod belegt. Diese Zeugnisse sind der Auftakt für die hansische Geschichte der Stadt. Im Jahre 1368 ist dann Hannover unter den Hansestädten genannt, die Handelsprivilegien vom König von Schweden für die Unterstützung im Krieg gegen den dänischen König Waldemar erhalten. Als zahlreiche Hansestädte 1443 ein Schutz- und Verteidigungsbündnis schließen, um ihre städtische Freiheit gegen die Fürsten zu verteidigen, ist Hannover ebenfalls beteiligt. Am hansischen Fernhandel nahm Hannover auch durch seine Exportproduktion und hier insbesondere durch seine Leinwand teil, die ein wichtiger Exportartikel der Hansekaufleute vor allem im Londonhandel war. Seit den 1470er Jahren wird hannoversche Leinwand in den Londoner Zollakten verzeichnet. Im 15. und 16. Jahrhundert war Hannover auch auf Hansetagen vertreten. Diese Quellen belegen eine lange und vielseitige Beteiligung der Stadt an der Hanse. Allerdings nahm die Stadt an nur zehn von insgesamt 172 Versammlungen teil.

Das besondere Highlight der Präsentation im Europäischen Hansemuseum ist ein Original aus dem Stadtarchiv Hannover, das exklusiv für das Projekt nach Lübeck ausgeliehen worden ist. Dabei handelt es sich um eine Einladungsliste zum Hansetag des Jahres 1556, die bis zur Aufarbeitung der Bestände in diesem Jahr unbekannt war. Das Archivdokument nennt 71 eingeladene Hansestädte aus den vier hansischen „Quartieren“. Auf der dritten Seite wird Hannover erwähnt – ein Beleg für die Hansezugehörigkeit im 16. Jahrhundert. Das im Europäischen Hansemuseum vorgestellte Dokument zeigt, dass Hannovers Hansegeschichte noch nicht zu Ende geschrieben ist.

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